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2016 - Interview mit Volker Anderl im Handelsblatt (10. April)

Volker Anderl

Volker Anderl

Seit dem 20. Lebensjahr vom Fahrradfachhandel-Virus infizert. Foto Jens Lukas

Quelle: Orange by Handelsblatt
Autor: Patrick Große

E-Bikes als Rollator 2.0? Von wegen! Fahrräder mit Elektromotor gehen ziemlich ab. Und immer mehr junge Menschen satteln um.

Behutsam trete ich in die Pedale – und mein Fahrrad jagt los als raste ich einen Abhang hinunter. Doch da ist kein Abhang. Es geht sogar leicht bergauf. Die Erklärung ist einfach: Ich sitze auf einem E-Bike, einem Fahrrad mit eingebautem Elektromotor.

Bis zu 45 Stundenkilometer

Ein Spielzeug für Omas und Opas, mögt ihr jetzt vielleicht denken. Dachte ich auch mal. Bis ich am Wochenende auf Europas größtem E-Bike-Festival in Dortmund war. Noch vor fünf Jahren waren die Käufer im Schnitt über 60 Jahre alt. „Das hat sich völlig gedreht“, sagt Volker Anderl aus Castrop-Rauxel. Er muss das sagen. Er ist Fahrradhändler. Doch das ist nicht die ganze Geschichte.

Denn die Bikes, die eigentlich „Pedelecs“ heißen, machen Spaß. Und Senioren sollten sie besser gar nicht fahren – zumindest, wenn es nach der Unfallstatistik geht. 32 der 39 Pedelec-Verkehrsopfer im Jahr 2014 waren älter als 64 Jahre, 22 von ihnen gar über 74. Der jüngste kam aus der Gruppe der 45- bis 50-Jährigen.

Unsere Großeltern unterschätzen offenbar die Power der Räder, deren Motor eigentlich nur „das Fahren erleichtern“ soll, wie es Händler Anders ausdrückt. Doch dann nennt er Zahlen. „Das normale Pedelec fährt bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell“, sagt Anderl, „Das dürfen dann theoretisch auch Zehnjährige fahren.“ Anders sieht es beim zweiten Modell aus. Das sogenannte S-Pedelec erreicht bis zu 45 Kilometer pro Stunde. „Dafür braucht man dann einen Führerschein, einen Helm und auch eine Versicherung.“ Also ähnlich wie beim Mofa.

Mehrere Tausend Euro für ein Rad

Die Feuerstühle kommen an. Im vergangenen Jahr hatten schon rund 15 Prozent aller verkauften Fahrräder einen Elektromotor. Der Marktanteil von E-Bikes sei somit um 13 Prozent gestiegen, berichtet der Zweirad-Industrie-Verband. Langfristig rechnen Experten damit, dass sich fast jeder Dritte für ein elektrisches Fahrrad entscheidet.

Allein der Spaß ist teuer. Die billigsten Modelle kosten um die 1500 Euro. „Unter diesem Preis hätte ich allerdings auch schon Sicherheitsbedenken“, meint Händler Volker Anderl. Bei billigen Modellen bestehe die Gefahr, dass der Akku bei zu viel Belastung in Flammen aufgeht. Nach oben gebe es keine Grenzen: „Gute Modelle mit voller Ausstattung können schon mal 6000 Euro kosten“, sagt der Fahrradhändler.

Bei so viel Geld denke ich dann doch wieder an Oma und Opa – vielleicht schenken die mir zum bestandenen Examen einen kleinen Zuschuss.

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